Die Woche im Spiegel von view
- Sonntag, 18.04.2004
- Am Wochenende wird José Luis Rodríguez Zapatero neuer Ministerpräsident Spaniens. Seine
erste Amtshandlung ist eine Anordnung: Die 1.300 spanischen Soldaten im Irak sollen
so schnell wie möglich
nach Hause zurückkehren. Das gefällt der Bevölkerung, denn wegen dieses Versprechens haben sie ihn gewählt. Das gefällt auch der Al-Quaida, denn den Abzug wollte sie mit ihrem Anschlag auf die Madrider Vorortzüge erreichen. Der Schiitenführer Muktada al-Sadr befielt, Spanier nicht mehr anzugreifen. George W. Bush wird sich enttäuscht zeigen. 3:1. Und jener Bush wird im Laufe der Woche noch enttäuschter sein. Spanien ist das erste, aber nicht das letzte Land, das sich zu diesem Schritt entschließt. (Quelle: Spiegel Online) - Montag, 19.04.2004
Wahnsinnsbürokratiemechanismus
wirft Peer Steinbrück - Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens - SPD-Parteichef Franz Müntefering vor. Damit geht der Streit um die Idee der Ausbildungsabgabe innerhalb der SPD in eine neue, harte Runde. Nichtsdestotrotz wird die Abgabe wohl kommen.Das Gesetz ist auf dem Weg. Da kommen wir nicht von ab
, sagt Müntefering. Betriebe, die keine Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, sollen zahlen. Steinbrück will das Gegenteil. Betriebe, die vorbildlich ausbilden, sollen aus einem Fond entlohnt werden. Die Fronten scheinen unverrückbar. Helfen wird dieser Streit weder den Betrieben noch den potentiellen Azubis. Beschlossen wird das Gesetz im Bundestag dennoch. Irgendwann. (Quelle: Morgenpost)- Dienstag, 20.04.2004
- Zu einer Zeit, als Stefan Raab noch leidlich witzig war, sang er Raabigramme. Eins davon
sang er für Karl Moik. Darin hieß es:
Der Karl, der Karl, der Moik Moik Moik, der kifft das schärfste Zeug Zeug Zeug ...
. Was den Moikschen Karl am Wochenende das Hirn vernebelt hat, ist nicht bekannt. Trotzdem hat er am vergangenen Wochenende Italiener als Spagetti-Fresser bezeichnet. Die Bild-Zeitung dieses Tages zeigt einen Moik, der sich mit einer Gabel und mächtigem Grinsen Spagetti einverleibt.Ich bin auch ein Spagetti-Fresser
, steht da. Bald Gyros, Döner und ... Weihnachtsgans? - Mittwoch, 21.04.2004
- Gute Nachrichten für alle, die noch ordentlich Geld haben. Sie können - wenn es nach
Wirtschaftsguru Clement geht - möglicherweise, eventuell, fast sicher länger einkaufen. Wohl auch am
Wochenende. Der Clement will das:
Alles das sollte in Deutschland leichter werden - etwas lockerer und etwas weniger von oben gesteuert als von unten geführt.
Wünschenswert wäre das. Vorbei die Zeiten der überteuerten Tankstellenpreise. Das Bundesverfassungsgericht muss zuerst ein Urteil fällen. Das soll noch vor den Sommerferien passieren. Quer stellen können sich dann noch die Gewerkschaften und die Einzelhändler selbst. Kein Einzelhändler müsste, aber alle dürften. (Quelle: Morgenpost) - Donnerstag, 22.04.2004
- Die Welt ist in diesem Augenblick so uninformiert wie lange nicht. Wenn selbst Kriege live in die Welt übertragen werden, mutet das schon seltsam an. In Nordkorea, nahe der Grenze zu China, ist ein Zug explodiert. Bilder gibt es nicht. Nur eine Satellitenaufnahme, die vor allem riesige Rauchwolken zeigt. Innerhalb der nächsten Tage wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbarer. Es gibt Augenzeugen und Fotos. In der nordkoreanischen Stadt Ryongchon sollen bis zu 3.000 Menschen getötet oder verletzt worden sein. Die Zahlen werden sich in den nächsten Tagen relativieren. Nordkorea muss ein Novum in seiner Geschichte eingehen und das Ausland um Hilfe bitten. (Quelle: Spiegel Online)
- Freitag, 23.04.2004
- Kennen Sie Alexandra Kamp? Stimmt, wir haben den Namen auch schon einmal gehört. Oder zweimal. Frau Kamp war mal Model und hat sich vor einem Jahr dazu hinreißen lassen, für die Sat1 Talentschmiede Star Search ein Jurymitglied zu mimen. Das macht sie auch bei Teil zwei der Show. Sie machte, sollte es besser heißen. Denn Frau Kamp hat sich über eine Äußerung ihres Jury-Kollegen Hugo Egon Balder bei Stefan Raab aufgeregt. Sie hätte falsche Lippen oder Titten oder beides oder gar nichts. Ist auch egal. Das Gelächter war groß, Frau Kamp sauer, ihr Anwalt auch. Jetzt wird sie gefeuert. So ein Pech. Ist aber egal, Frau Kamp, die Show hat niemand gesehen. (Quelle: Morgenpost)
- Samstag, 24.04.2004
- Während irgendwo in Europa ein Prinz seine herzallerliebste Bürgerliche ehelicht und damit stundenlang auf allen Fernsehgeräten zu sehen ist, schießt sich die alte Tante Hertha aus dem Tabellenkeller. 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Versöhnliches zum Wochenabschluss.