Die Woche im Spiegel von view
- Sonntag, 11.04.2004
- Ach, der arme Doktor Brinkmann. Vor kurzem gab er noch ein relativ sinnfreies Interview, das die Bild-Zeitung an seinem Geisteszustand zweifeln lies. Dabei ist der Mann nur pleite. Und weil Ex-Prominente für Geld fast alles machen (können, sollen, dürfen, müssen), hat sich die Big-Brother Erfinderfirma Endemol was Tolles einfallen lassen. Für 5.000 Kröten soll der Ex-Arzt seinen Beruf neu aufleben lassen und im Big-Brother Container zum Doktorspielen einziehen. Gut, andere Halbpromis lassen sich in den Dschungel schaffen und sind danach zumindest wieder in den Schlagzeilen. Schlecht wäre das sicher auch nicht für Doktor Brinkmann, der übrigens nicht Doktor Brinkmann, sondern Klausjürgen Wussow heißt. Er ist immerhin schon 74 Jahre alt. Hauptrollen für Rentner wachsen selten aus dem Himmel. Außerdem hat seine liebreizende neue Gattin Sabine die Idee gehabt. Der Doktor will aber nicht. Er fände es peinlich, sagte er. Und es sei unter seinem Niveau. Big Brother will die Gage nun verdoppeln. Damit ließe sich dann schon wieder die eine oder andere Woche leben. Wohlan, Klausjürgen, sieht doch eh keiner. (Quelle: Morgenpost)
- Montag, 12.04.2004
- Ostermontag. Der Tag, an dem keine Zeitungen erscheinen. Das heißt aber nicht, das
nichts passiert. Wäre ja noch schöner. Allerdings hat niemand den Papst gesprengt. Oder ähnlich
erwartbares. Obwohl das Geschehen auch vorhersehbar war: Der Präsident wusste Bescheid. Und zwar vor
der Katastrophe. George W. Bush war schon Anfang August 2001 über mögliche Anschläge informiert.
Beachtung fanden die Hinweise offensichtlich nicht. Am vergangenen Donnerstag hatte die
US-Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice das Papier für informationslos erklärt. Jene Rice wurde am
vergangenen Wochenende beim amerikanischen
Saturday Night Live
durch den Kakao gezogen. Janet Jackson imitierte in einem Sketch die Anhörung der Sicherheitsberaterin vor der Kommission zu den Anschlägen vom 11. September vergangene Woche. Um von den Aussagen abzulenken entblößte Frau Jackson effektvoll auch hier ihre rechte Brust. Ein Tipp in Richtung Rice oder Bush. Beide finden sicher etwas, um es in die Öffentlichkeit zu halten. Vielleicht hilft das auch bei der Wahl? (Quelle: Spiegel Online) - Dienstag, 13.04.2004
- Die Frauenkirche in Dresden steht wieder. Heute wurde der letzte Stein eingefügt. Fehlt nur noch der Deckel oben drauf und der Innenausbau. Feierliche Eröffnung soll im Oktober 2005 sein. (Quelle: Morgenpost)
- Mittwoch, 14.04.2004
- Es hat sich ausgeravet. So sieht es im Augenblick aus. Die Kaninchen im Tiergarten werden in diesem Jahr nicht gelb geduscht. Und lustige, bunte, kleine Pillen werden sie wohl auch nicht zum Frühstück bekommen. Schade eigentlich. Torkelnde Kaninchen haben was possierliches. Die Love-Parade ist abgesagt. Weil die Finanzierung nicht steht und beim vergangenen Mal nur 500.000 Menschen als Kaninchendusche angereist waren. Das rentiert sich nicht. Mitgeteilt hat das die Love Parade GmbH. Sie veranstaltet den Umzug. Der Berliner Senat tat vorsorglich überrascht. Schließlich bringt die Love Parade Berlin nicht nur ein gewisses (manchmal auch positives) Image, sondern vor allem auch Geld. Pro ravewütigem Jungkonsumenten bleiben im Schnitt 100 Euro in den Kassen der Stadt. Das lohnt sich. Die Opposition denkt genauso. Wer sich erinnert, wird feststellen, dass ähnliche Diskussionen auch in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen sind. Die Parade marschierte und hüpfte trotzdem durch den Sommer. Die Kaninchen hatten auch ihren Spaß. Um es mit den Worten von Scooter Frontmann HP Baxxter zu sagen: Wicked! Treffender kann man es nicht formulieren. (Quelle: Morgenpost)
- Donnerstag, 15.04.2004
- Nur weil wir - und die Franzosen - uns geweigert haben, mit Pauken und Trompeten in den
Irak einzumaschieren, haben wir nun ein Angebot auf dem Tisch. Arabische Fernsehsender haben ein
Tonband mit der vermeintlichen Stimme Osaka bin Ladens ausgestrahlt, in dem er Europa einen
Waffenstillstand anbietet. Wenn alle europäischen Truppen aus islamischen Staaten abgezogen seien.
Hört auf, unser Blut zu vergießen, damit wir aufhören, euer Blut zu vergießen. Das ist eine schwierige, aber zugleich auch einfache Gleichung
, sagte der Al Quaida-Chef. Die USA haben kein Friedensangebot bekommen. Well done, George. Das Angebot versucht einen Keil zwischen alte und neue Welt zu treiben. Verlockend und unrealisierbar. (Quelle: Spiegel Online) - Freitag, 16.04.2004
- Wenn es doch nur immer spannende Themen wären, die sich über Wochen durch die
Nachrichten ziehen. Aber meistens sind es solche eben nicht. Ernst Welteke ist ein solches
nicht
-Thema. Zäh wie Gummi und immer da.Warum tritt der nicht endlich zurück, dann müsste man nicht immer das Gesicht sehen
, fragte sich der Autor täglich. Er hat sich einen mehrtägigen Hotelaufenthalt in Berlin und einen Besuch des Hockenheim-Formel-Eins-Rennens bezahlen lassen. Das ist böse böse. Das macht man nicht. Das weiß auch der Welteke. Eigentlich. Das weiß der Rest der Republik ebenso. Gibt es nichts wichtigeres? Heute ist er zurück getreten. Wenden wir uns wichtigerem zu. Danke, Ernst. Du hast einen gut bei mir. (Quelle: Morgenpost) - Samstag, 17.04.2004
- So enden Ehen. David Beckham hat angeblich fremdgepimpert. Wohl auch mehr als einmal. Er spielt lieber Fußball, als zum 30. Geburtstag seines Ex-Spicey Weibchens zu erscheinen und gerade Sätze kann er immer noch nicht sprechen. Was kann der Mann dafür, dass er so schön ist? Man hat's nicht leicht als Held. Denken auch wir von view und schenken unseren Angebeteten Ringe im Wert von je 1,5 Millionen Euro. Macht der David auch. Wir kennen das.