Die Woche im Spiegel von view
- Sonntag, 14.12.2003
- Die Bahn kommt. Mit neuem Fahrplan und neuen Preisen, neuen ICEs und, nicht zu vergessen, einem neuen Ticket. City-Ticket heißt es und beinhaltet im eigentlichen A nach B Betrieb noch den städtischen Nahverkehr der Zielstadt. Insgesamt sind 40 Städte in dieses Programm der Bahn integriert. Allerdings nur, wenn der Reisende über eine Bahncard verfügt. Wer hat, darf für lau, wer nicht, der nicht. view wünscht sich zu Weihnachten die Bahncard 200. 200 Prozent zahlen und 100 Prozent wiederbekommen. Das wäre doch mal was.
- Montag, 15.12.2003
- Irgendwann zwischen dem 15. August 2004 und dem 31. Juli 2005 haben die kleinen grauen Brücken auf bundesdeutschen Autobahnen vermutlich doch einen Sinn. In diesem Zeitfenster nämlich will das Konsortium Telekom, Daimler Chrysler und Cofiroute, Toll Collect (TC), sein LKW-Mautsystem auf die Zielgerade bringen. Bis es aber soweit ist, wird vermutlich viel Geld von TC an BR (Bundesregierung) fließen. 1,3 Mrd. Euro stehen schon jetzt zur Debatte, zusammengesetzt aus Einnahmeausfällen und Vertragsstrafen. Der Wert galt bis Sonntag. Hochgerechnet auf das anberaumte Zeitfenster könnte man über lockere 3 Mrd. Euro sprechen. Bezahlen will TC nicht. Es gebe keinen Grund, für die Ausfälle des Bundes aufzukommen, hieß es. Papiervignetten wären preiswerter gewesen.
- Dienstag, 16.12.2003
... Doch er bekam auf's Großstadtleben Appetit, wurde depri und aggressiv in seiner Legebatterie / So zog er aus um Hamburg das fürchten zu lehren und aus den Straßen den gesellschaftlichen Müll wegzukehren. / Der inzwischen erwachsene Hanseat kam in Fahrt, das Gericht, dann Senat und morgen der ganze Staat. / Er wollte alle erziehen nach den Regeln der alten Schule, alleine schalten und walten wie in seiner alten Truhe. / Chilli bang bang! Chilli Chilli bang bang! Chilli bang bang! / Chilli bang bang! Chilli Chilli bang bang! Chilli bang bang! ...
Zitiert werden an dieser Stelle die Beginner. Das Alter EgoChilli
ist nicht mehr. Das Ego Ronald B. Schill schon gar nicht. Zumindest nicht mehr Mitglied der von ihm gegründeten Partei. Er will aber noch und wird, so sagt er, zur vorgezogenen Hamburg-Wahl am 29. Februar mit einer neu gegründeten Partei antreten. Die Hamburger Mitte-Rechts Koalition aus CDU und Schill-Partei war in der vergangenen Woche zerbrochen.- Mittwoch, 17.12.2003
Ich finde, er verdient die ultimative Strafe
, sagt George W. Bush und meint Saddam Hussein. Klar, der amerikanische Präsident ist von Natur aus Texaner. In seinem Heimat-Bundesstaat werden jährlich mehr Menschen abgemurkst als irgendwo sonst in den USA. Das irakische Volk soll über das Schicksal seines Ex-Diktators Hussein entscheiden. Sie werden Bush folgen. Obwohl der ihnen zuwider ist.- Donnerstag, 18.12.2003
Ich freue mich, Weihnachten zu Hause zu verbringen.
Egon Krenz is back in Freiheit, nachdem sich die Türen der Vollzugsanstalt Plötzensee hinter seinem Rücken geschlossen haben. Vier von sechs anberaumten Jahren hat er dort verbracht. Allerdings als Freigänger, der nur die Nächte mit gesiebter Luft verbringen musste. Krenz war der letzte Blues Brother der DDR-Spitzenpolitik, der für die Schüsse an der innerdeutschen Grenze im Gefängnis saß. Abgesehen von Weihnachtsfeier mit Familie möchte er nun seine Memoiren schreiben.- Freitag, 19.12.2003
- Der heimliche Held in der Fernsehserie
The Simpsons
heißt Barney Gumble. Der poetische Säufer, der intellektuelle Junkie, bewiesen in unzähligen Episoden. Ob der Hund von Präsident Bush deshalb Barney heißt, oder weil Barney ein texanisch beliebter Hundevorname ist, bleibt im Dunkeln und spielt vor allem keine Rolle.The First Dog
macht aber auf Filmstar und zeigt dem Interessierten auf der Homepage des Weißen Hauses, was bei Familie Bush im Oval Office anders abgeht als bei Amtsvorgänger Clinton z.B. Dabei wird ihm eine Kamera auf den Rücken geschnallt und aus den Bildern ein Film gemacht, den man sich zu Hause im Sessel via Onlineverbindung angucken kann. Inklusive Nachvertonung und Special Effects. The Presidents Dog - Mittendrin statt nur dabei. - Samstag, 20.12.2003
- Der Kanzler kokettiert mit der Oppositionschefin. 2004 soll das Reformjahr werden, meint
er. Sie sagt, 2004 wird ein Jahr des reformellen Stillstands. Schließlich werden alle Nase lang
Wahlen veranstaltet und da bleibt wohl keine Zeit zum reformieren, sondern nur zum wahlkämpfen.
Nein, sagt der Kanzler,
Ich bin durchaus dafür, dass wir uns mit der Union zusammensetzen und eine Vereinfachung des Steuersystems erarbeiten.
(Bild am Sonntag) Eine Weihnachtsmär um eine unfreiwillig freiwillige Koalition der großen Zwei.