Die Woche im Spiegel von view
- Sonntag, 21.09.2003
Ein epochales Ergebnis
sagt König Ede I. von Bayern. Vor einigen Wochen schon haben wir an dieser Stelle Bayrische mit Vor-Wiedervereinigungs-Wahlergebnissen verglichen. Und siehe, man nähert sich an. Mit einer Zweidrittel-Mehrheit an Stimmen und Sitzen siegt die CSU bei der bayrischen Landtagswahl. Platz 2 SPD, Platz 3 Grüne, der Rest unterferner liefen
. Natürlich ist Bayern kein SPD-Land, trotzdem fuhr die Partei um Spitzenkandidat Franz Maget ihr schwächstes Wahlergebnis seit 1946 ein (<20%). Schröder (Kanzler und SPD, wir erinnern uns) spricht von einer Angstwahl, Ede I. von einemDenkzettel an Berlin
. Das Stoiber mit einem solchen Ergebnis im Rücken seine politische Karriere nicht als Bundespräsident beenden möchte, ist logisch. Nach drei Wahlsiegen in Folge steigt die Möglichkeit einer erneuten Kanzlerkandidatur sicher nicht unerheblich an. Übrigens haben die Grünen Zugewinne verbuchen können. Auf eine Schwarz-Grüne Zukunft 2006. Prost!- Montag, 22.09.2003
- Und wieder Schröder. Diesmal aber auf einem Fußballplatz.
Acker
(Berliner Morgenpost) hieß der Kanzler, wenn er gegen Bälle trat. Tritt heute aber nicht, sondern trifft auf den polnischen Premier Leszek Miller. Beide mit einigem personellen Anhang. Das ganze auf Schalke, wie man linguistisch eigenwillig sagt, und so entsteht ein Fußballbezug. Der Teppich ist also nicht rot, sondern grün. Das hat auch einen symbolischen Grund: Polnische Einwanderer kamen seit dem 19. Jahrhundert vor allem ins Ruhrgebiet, einige spielten auch Fußball, ein paar auch heute noch. Hauptthema ist allerdings nicht etwa Spielersharing, sondern die am 4. Oktober beginnende europäische Regierungskonferenz in Rom. - Dienstag, 23.09.2003
- Ein Zitat von der Kölner Vokalgruppe
Wise Guys
(großartige Band übrigens):Jetzt ist Sommer! / Egal, ob man schwitzt oder friert: / Sommer ist, was in deinem Kopf passiert. / Es ist Sommer! / Ab ins Gummiboot - / Der Winter hat ab sofort Hausverbot.
Von wegen! Herbstanfang ist heute und alle leidgeplagten Sommersonnenhasser dürfen wieder auf die Straße. Nebel rulez. Sozusagen. - Mittwoch, 24.09.2003
- Wozu beschäftige man sich in Wochenrückblicken mit einem geplanten Kopftuchverbot für Berliner Lehrerinnen im Unterricht? Wozu mit dem Hintergrund eines entsprechenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe? Lehrer dürfen Religion nicht zeigen. Punktum. Die Länder müssen sich drum kümmern. Egal. Unwichtiges Thema. Schließlich gibt es Mr. Jeffries. Der ist ein Bassett und damit ein Hund. Und er hat die längsten Ohren der Welt. Seit heute guinnesbuchlich verbucht. 29,2 Zentimeter messen seine Lauscher, die, weil Bassett, auch gleich einen Wischmop ersetzen. Das musste gesagt werden.
- Donnerstag, 25.09.2003
- Susanne Juhnke veröffentlicht ihr Buch
In guten und in schlechten Tagen
. Wieder eine Prominentenbio. Mit etwas gewichtigerem Inhalt alsThomas Anders ist doof und Naddel auch
oder einer Wie-ich-dem-Thomas-seine-Frau-ausgespannt-und-dabei-kleine-Feiglinge-gesoffen-habe-Story. Inwiefern dennoch ein Lesen notwendig ist, sei dahingestellt. Take it. Or leave it. - Freitag, 26.09.2003
- Das der Kanzler (der schon wieder, Teil 3 einer nimmermüden Biografie in dieser Woche) gut in Rücktrittsankündigungen ist, sollte inzwischen leidlich bekannt sein. Heute hat er es wieder gemacht. Oder nicht? Wer steckt da schon drin. Jedenfalls drückte er, der Kanzler, mit einem Hinweis, wie unabdingbar eine Mehrheit sei, um die Vorhaben der Agenda 2010 durchzusetzen, jene Mehrheit durch. Auch wenn sie knapp war. Ein Grüner und sechs SPD-Abgeordnete verweigerten den Gehorsam und ließen die Abstimmung knapp werden. Ziel war die Reform des Gesundheitswesens.
- Samstag, 27.09.2003
- Wenn Kai Dieckmann (Chef der Bild-Zeitung) für die linke Tageszeitung
taz
schreibt, ist entweder die Hölle zugefroren, oder dietaz
hat Geburtstag. Sie sollten keine Angst vor Bodenfrost haben, denn dietaz
wird 25. Und da schreiben und reden sie: Helmut Kohl (Altkanzler), Jürgen Fliege (Pastor oder so), Dieter Bohlen (...ja), Gabi Zimmer (PDS), Oskar Lafontaine (Geheimwaffe) und Rudolf Scharping (was macht der eigentlich zur Zeit?), Guido Westerwelle (FDP), Hans Olaf Henkel (Ex BDI Chef) und Ralph Siegel (Schlagerbarde) ... Das sind bei weitem nicht alle. Humorig ist die Idee allemal. Und dietaz
verkauft damit wohl eine Ausgabe wirklich komplett. Es soll Nachbestellmöglichkeiten geben.