Die Woche im Spiegel von view

cartoon von Christian Gödecke

Sonntag, 08.06.2003
ALBA Berlin - TSK universa Bamberg 74:70 (36:40)
Punkte Berlin: Mithat Demirel (17), Vladimir Petrovic (16), Stefano Garris (10), DeJuan Collins (10), Jovo Stanojevic (8), Marko Pesic (5), Guido Grünheid (5), Kevin Rankin (3)
Punkte Bamberg: Chris Ensminger (17), Jason Sasser (15), Gert Kullamae (13), Rick Stafford (12), Steffen Hamann (10), Uvis Helmanis (3)
Rebounds: Berlin: defensiv 29, offensiv 13, insgesamt 42
Rebounds Bamberg: defensiv 24, offensiv 11, insgesamt 35
Wurfquote Berlin: Feldwürfe 39%, Freiwürfe 71%
Wurfquote Bamberg: Feldwürfe 41%, Freiwürfe 60%
Zuschauer: 10.500
Montag, 09.06.2003
Aus einem Dresdner Stadtführer: 1892 begannen die Bauarbeiten am neuen, heute noch existierenden Dresdner Zentral- oder Hauptbahnhof an der Stelle des Böhmischen Bahnhofes. Er war damals der meistbenutzte Dresdens und wurde deshalb Standort. Sämtliche Eisenbahnlinien der Innenstadt wurden viergleisig ausgebaut, damit der Güter- vom Personenverkehr getrennt werden konnte. Es entstand eine neue Eisenbahnbrücke unmittelbar neben der alten Marienbrücke, so dass hier der Schienenverkehr ungestört viergleisig rollen konnte. Am 19.Juni 1895 fuhr der erste Zug in den neuen noch nicht vollendeten Hauptbahnhof ein. In der Nacht vom 16. zum 17.April 1898 wurde er öffentlich eingeweiht. Die Kopfgleise wurden unten, die der durchgehenden Züge oben im Bahnhof angeordnet. Die Gleise im Erdgeschoß erhielten eine 59m breite, die Hochgleise zwei je 32 Meter breite Hallenüberdeckungen.
Dienstag, 10.06.2003
Die Traueranzeige der Witwe Carola Möllemann-Appelhoff und ihrer Töchter in den Westfälischen Nachrichten und der Münsterschen Zeitung: Wir sind fassungslos und erschüttert bis in den tiefsten Grund unseres Herzens im Angesicht des furchtbaren Todes meines geliebten Mannes und unseres geliebten Vaters. Er hat uns mit seiner vitalen Kraft und Lebensfreude getragen. Wie sollen wir ohne ihn weiterleben? - Werden uns diejenigen Rechenschaft geben, die auf niederträchtige Weise versucht haben, sowohl den Menschen Jürgen W. Möllemann wie auch sein politisches Lebenswerk zu zerstören, für das er mehr als 30 Jahre leidenschaftlich mit Herz und Seele gekämpft hat? Wie oft war er der Kämpfer, der nach scheinbar ausweglosen Situationen den Neubeginn schaffte. Dies wird jetzt auch unser Weg sein.
Die Traueranzeige der Freien Demokratischen Partei, unterzeichnet von Parteichef Guido Westerwelle und Bundestags-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt: Ein tragisches Geschehen beendete am 5.Juni 2003 ein Leben, das von großen Erfolgen und Anerkennung, aber auch von Rückschlägen gekennzeichnet war und das von 1970 bis zu Beginn diesen Jahres seine politische Heimat in der Freien Demokratischen Partei hatte. - Sein Tod macht uns betroffen. Wir denken in diesen Tagen an seine Familie, der wir unsere Anteilnahme aussprechen und der wir Kraft wünschen.
Mittwoch, 11.06.2003
Aus dem Online-Auftritt des Hessischen Rundfunks: Michel Friedman wurde am 25.Februar 1956 in Paris geboren. Er stammt aus einer polnisch-jüdischen Familie, die der Unternehmer Oskar Schindler vor den nazideutschen Gaskammern rettete. 1965 siedelte die Familie mit ihrem Pelzgeschäft von Paris nach Frankfurt über. Nach dem Abitur studierte Michel Friedman zwei Jahre lang Medizin, sattelte dann aber auf Jura um. 1988 legte er die juristische Staatsprüfung ab und ließ sich in Frankfurt als Rechtsanwalt nieder, 1994 promovierte er an der Universität Mainz zum Dr. jur. Friedmans politische Karriere begann 1983 mit dem Eintritt in die CDU. Ein Jahr später wurde er Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, 1985 CDU-Stadtverordneter in Frankfurt. Neben der Kommunalpolitik engagierte er sich im Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland, als Mitglied des ZDF-Fernsehrates sowie in einer Reihe von Stiftungen. 1994 wurde Michel Friedman in den CDU-Parteivorstand gewählt und setzte sich dort vor allem für Europa und für eine Reform des Einbürgerungs- und Staatsbürgerschaftsrechts ein. Seit Januar 2000 ist Friedman Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Donnerstag, 12.06.2003
Aus einem Reisebuch: Die Färöer sind eine Gruppe von 22 Inseln im Atlantik zwischen Schottland und Island. Etwa 18 der Inseln sind bewohnt. Sie bestehen aus Basaltlava. Die Landschaften sind karg und zerklüftet. Ihren Charakter erhalten sie durch hohe Küstenklippen und gefährliche Meerespassagen. Das Klima mit wilden Wintern und kühlen Sommern profitiert vom Golfstrom. Nebel und Regen treten häufig auf. An wild lebenden Tieren kommen vor allem Robben vor und eine Vielzahl von Seevögeln, zu denen auch Lunde und Eiderenten zählen, die wegen ihrer Daunenfedern geschätzt werden. Säugetiere waren auf den Färöern nicht heimisch; Ratten und Mäuse wurden von den frühen Siedlern eingeschleppt und die Wikinger brachten Schafe auf die Inseln. Seither gilt das Sprichwort, dass Schafwolle das Gold der Färöer ist und der Name der Inseln lautet übersetzt "Schafsinseln". Seit 1948 haben die Färöer eine Selbstverwaltung. Der Lagting, ein Parlament mit 32 Abgeordneten, wählt den Landssyri (Verwaltungsrat). Das dänische Königshaus wird durch einen Gouverneur vertreten. Nahezu ein Drittel der Gesamtbevölkerung von 48.000 lebt im Umkreis der Hauptstadt Torshavn mit dem größten Hafen. Färöisch ist die Landessprache, obwohl auch Dänisch als Pflichtfach unterrichtet wird. Die Inseln haben ihren eigenen Radiosender und auch Fernsehprogramme werden ausgestrahlt.
Freitag, 13.06.2003
Aus der Road Map, dem von George W. Bush, Ariel Scharon und Mahmud Abbas gemeinsam verabschiedeten Friedensplan:
Bush: Amerika ist der Sicherheit von Israel als lebendigem jüdischen Staat stark verpflichtet. Mahmud Abbas repräsentiert das Bestreben nach Freiheit und Staatlichkeit. Wir unterstützen dieses Bestreben ebenfalls stark. Der Weg, den wir beschreiten, ist schwierig, aber es gibt keine andere Chance. Wenn alle Seiten ihre Verpflichtungen erfüllen, kann es endlich Frieden geben. Das Heilige Land müssen sich die Staaten Israel und Palästina teilen, die miteinander und mit den anderen Staaten des Nahen Ostens in Frieden leben. Beide Seiten müssen sofort sichtbare Schritte unternehmen.
Sharon: Meine wichtigste Verpflichtung ist die Sicherheit des israelischen Volkes. Dauerhafte Sicherheit braucht aber Frieden. Israel unterstützt nachdrücklich die Vision von Präsident Bush von einem israelischen und einem palästinensischen Staat, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben. Ein demokratischer palästinensischer Staat in Frieden mit Israel wird der langfristigen Sicherheit und dem Wohlbefinden Israels als eines jüdischen Staates dienen. Wir werden daran arbeiten, das palästinensische normale Leben wieder herzustellen und die humanitäre Lage zu verbessern. Wir werden sofort damit beginnen, nicht genehmigte Siedlungsvorposten zu räumen.
Abbas: Wir verdammen Terror gegen Israelis. Wir werden unser Bestes tun, um den bewaffneten Aufstand zu beenden. Es gibt keine militärische Lösung unseres Konflikts. Es ist an der Zeit, die Besatzung zu beenden, die 1967 begann. Wir müssen das Leid mit friedlichen Mitteln beenden. Wir erkennen das Leid der Juden während der Geschichte an. Wir sind Partner im Kampf gegen Terrorismus. Wir werden uns um ein Ende der Gewalt und des Hasses bemühen und Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass es keine Aufwiegelung von unserer Seite gibt. Unsere nationale Zukunft steht auf dem Spiel und wir werden es niemandem erlauben, sie zu gefährden.
Samstag, 14.06.2003
Aus der Präambel des Entwurfs einer Europäischen Verfassung, auf den sich der EU-Konvent mit überwältigender Mehrheit geeinigt hat:
In dem Bewusstsein, dass der Kontinent Europa ein Träger der Zivilisation ist und dass seine Bewohner, die ihn seit den Anfängen der Menschheit in immer neuen Schüben besiedelt haben, im Laufe der Jahrhunderte die Werte entwickelt haben, die den Humanismus begründen: Gleichheit der Menschen, Freiheit, Geltung der Vernunft, Schöpfend aus den kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas, deren Werte in seinem Erbe weiter lebendig sind und die zentrale Stellung des Menschen und die Vorstellung von der Unverletzlichkeit und Unveräußerlichkeit seiner Rechte sowie vom Vorrang des Rechts in der Gesellschaft verankert haben, [...]
(Sind die Hohen Vertragsparteien nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten wie folgt übereingekommen:)