Pferde mit Restschnaps
Bremen-Report, Teil 6

Dieser Spieltag wird Eingang in die Biologiebücher finden und in solche, die sich mit Sportpsychologie befassen. Denn zum einen zeigte uns Bremen, dass der Alkoholabbau ein doch recht zäher und langwieriger Prozess im Körper ist und Kaffee allein da wenig ausrichtet. Was der gemeine Zuschauer seit der Pubertät weiß, sickert eben nicht zwangsläufig zu den Hochgezüchteten durch, zumal ihnen Mario Basler seit einigen Jahren keine Tipps mehr geben kann.
Und Lehre Nummer zwei besagt, dass ein Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Und der einstmals stolze Bremer Wallach gebärdete sich nun knappe 14 Tage bestenfalls als ein müder Klepper. Es reichte aber auch. In Rostock schüttelte er kurz die feurige Mähne und siehe da, Micoud legte den Ball passgenau auf die Latte und Ailton prüfte den Pfosten. Perfekte Dressur und zweimal gerissen in der Kür.
Dafür werden kommenden Samstag wieder Heldentaten im eigenen Wohnzimmer vollbracht. Denn Gegner Aachen hat das Wunder vollbracht und ist trotz zwei Punkten Vorsprung nicht aufgestiegen. Sie werden noch die Wunden lecken und ihr Unglück beklagen, während wir bereit sind, erneut Geschichte zu schreiben.
Und der Trost für Aachen? Wenn alles gut geht, UEFA-Pokal gegen Dortmund und Schalke. Falls die die sommerliche Dörfertournee überstehen.