Nur gesummt, nicht gesungen
Bremen-Report, Teil 2

Was für ein Spieltag. Die Münchner geben kein Spiel mehr ab, haben sie schon vor Wochen getönt. Gut, dass sie nun in Dortmund waren. Wissen wir also, dass das Versprechen nun endlich ab der kommenden Woche gilt. Legen wir fix daheim gegen die Messestädter aus Hannover schnell noch einen vor. Dann wären es zehn Punkte Vorsprung. Fast schon gelutscht der Drops.
Und dann Sonntag. Der Tag des Herren. Die Hütte war voll wie selten. Des Volkes Stimme hob an und kündete von der Meisterschaft. Ja, mein Gott, wer zweifelt denn noch wirklich? Doch die Wahrheit, liebes Phrasenschwein, liegt eben nicht in trällernden Kehlen.
Die Hannoveraner scheinen von allen guten Geistern verlassen. Alles schon vergessen? Wir haben ihnen damals doch den DFB-Pokal geschenkt. Aus reiner Nächstenliebe. Wir als Europapokalsieger waren bereits qualifiziert und wollten den kleinen Nachbarn mitziehen. Wollten Hannover an die Hand nehmen und der Provinz die weite Welt zeigen. Die aber endete schon in der ersten Runde. War eben Pech, dass uns das Los so früh erneut zusammen brachte. Zwei grausige Spiele später, packten sie daheim die Koffer wieder aus und blieben fortan zu Hause.
In der Hinrunde ergaben sie sich noch quasi kampflos. Selbst ohne den Kugelblitz ging Hannover mit 5:1 in Flammen auf. Und nun? Stellen sie sich einfach mit elf Mann hinten rein. Spannen eine Abseitsfalle, die unsere Stürmer bis zu ihrer frühen Auswechslung zermürbt. Hetzen ihren Torwart in jeden unserer Schüsse. Ja, hören sie denn Volkes Wille nicht? Wie soll man denn da Meister werden? Summen wir fortan eben nur von der Meisterschaft und singen später.