Calling All Enthusiasts

Oder: Der weite Weg des Ben Folds nach Europa.

Ein Interview von Klaus Esterluß

Musik braucht engagierte Fans. Ben Folds hat engagierte Fans. Sie gründen die Ben Folds Society, um ihr Fansein zu zelebrieren und ihr Idol nach Europa zu holen. Weil sich der Weg nur dann lohnt, wenn eine genügend hohe Nachfrage besteht, sind die Fans gefordert. Ben Folds war schon mal in Europa. Das ist fünf Jahre her. Eine zu lange Zeit, findet Ina-Simone Mautz. Sie hat das Projekt Ben Folds Society mit anderen Enthusiasten ins Leben gerufen.

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Das Feedback der letzten Wochen lässt hoffen. Wir standen plötzlich in den Online-News des Rolling Stone und von Visions. Außerdem auf der offiziellen Sony-Seite thepop.de. Sony ist Plattenfirma, auf der Ben Folds veröffentlicht. Und sie ist es auch, die über das Für und Wider von weltweiten Touren entscheidet. Schließlich lebt Ben Folds in Australien. Der Weg nach Europa ist weit. Und vor allem teuer. Wenn die Nachfrage nicht stimmt, gibt es keine Tour.

Das die Nachfrage aber stimmt, versucht die Ben Folds Society zu beweisen. Die Grundidee ist schon vor knapp einem Jahr entstanden, sagt Ina-Simone. Herzstück der Society ist eine Online-Petition, eine Unschriftenliste, auf der sich Fans eintragen sollen. 400 haben das in den vergangen Wochen getan. Mit dem Stimmensammeln richtig losgelegt haben wir erst vor anderthalb Wochen. Die Initiatoren haben Pressemitteilungen verschickt und senden auf Anfrage eine sogenannte BFS-Mail. In dieser Mail stehen alle notwendigen Informationen zum Ziel der Society, relevante Links und die Bitte, diese Mail an mögliche Interessierte weiterzuleiten. Das Konzept scheint aufzugehen.

Neben Ina-Simone ist Thomas Dörschel, Gitarrist bei der Band Virginia Jetzt!, Gründer der Ben Folds Society. Er ist nicht nur Gründer, sondern auch einer der sogenannten Folds' Famous Friends. Das sind europäische Verehrer Folds', die zumindest ein bisschen bekannt sind. Neben Thomas Dörschel unterstützen auch Tobias Kuhn (Sänger bei Miles), Knut Stenert (Sänger bei Samba), Axel Terporten (vom Musiksender onyx), Stefan Reichmann (Organisator des Haldern Festivals) und Kemper (Chef des Immergut-Festivals) die Ben Folds Society. Die Unterstützung dieser hat ... vor allem den Grund, dass sie selbst Fans von Ben Folds sind. Die Veranstalter hätten ihn zudem natürlich gern auf ihren Festivals.

Im November diesen Jahres wird Ben Folds tatsächlich nach Europa kommen. Bisher sind allerdings nur Termine in England bekannt. Ein Grund mehr für die Society die Werbetrommel zu rühren. Ben Folds selbst weiß noch nichts von seinen europäischen Unterstützern. Wir haben vor einigen Tagen seinen Manager per Mail informiert. Eine Reaktion gab es noch nicht. Trotzdem wäre er schon in der Nähe, ein Abstecher hinüber aufs Festland ist dann nicht mehr ganz soweit. Auf www.benfoldssociety.com können potentielle Unterstützer ihren Namen, eine Begründung und ihren Wunschauftrittsort hinterlassen. 25 europäische Städte stehen zur Auswahl. Diese basieren auf den Stationen der letzten Tour. Wir hoffen, so schon bei der Tourplanung mitzuhelfen, denn auf dieses Weise wird deutlich, wo in Europa die meisten Fans auf Ben warten. Im Moment führt Köln den Städtereigen an. 80 Stimmen haben sich für die Domstadt eingetragen. Die anderen sollten nachziehen.

Bestehen soll die Society weiter. Auch wenn es gelingt den Helden nach Europa zu holen. Schließlich haben: Ben Folds' Songs die Attribute, die Herzen höher schlagen lassen; sie sind intelligent, humorvoll, charmant, vielseitig, überraschend. Folds ist ein musikalisches Genie, ein augenzwinkernder Poet, ein großer Enthusiast. Wenn das nicht passt.